Das Mädchenheim „Evelin Project“ - eine indische Erfolgsgeschichte

23.06.2026 |

Einmal mehr möchten wir, die Eheleute Bernd und Maria Hübler, uns herzlich bei all den Unterstützerinnen und Unterstützern des Mädchenheims „Evelin Project“ in Südindien bedanken.
Ihre großzügigen Spenden haben die Schließung des Heims 2023 verhindert und das Wohlergehen von 72 Kindern und Jugendlichen gesichert. Davon konnten wir uns auch in diesem Jahr wieder mit eigenen Augen überzeugen:
Vom 30.1. bis 12.2.2026 besuchten wir das Mädchenheim in der Stadt Machilipatnam, und unsere Müdigkeit von der langen Reise war sofort wie weggeblasen, als wir um 22 Uhr von Trommelklängen, Gesang und Kinderlachen im festlich geschmückten Hof des Heims begrüßt wurden. Die Wiedersehensfreude war riesig!
Mädchen, die wir schon aus den vergangenen Jahren kannten, bestürmten uns mit Fragen zu unseren Kindern und Enkelkindern. Andere waren neugierig auf Deutschland: Gibt es bei euch Schnee? Was esst ihr zum Frühstück? Leben bei euch auch Tiger im Wald?
Lernen vor dem Unterricht 
Es ist diese kindliche Neugier, die die Grundlage aller Bildung ist. Und neben dem liebevollen Miteinander, einer einfachen aber ausgewogenen Ernährung, sauberer Kleidung und medizinischer Versorgung steht schulische Bildung im Mittelpunkt des Lebens im Heim.  
So konnten uns die langjährigen Heimleiter Manimma Putla und Martin Nandeti stolz von den Erfolgserlebnissen des vergangenen Jahres berichten:
Azubi Krankenschwestern_Naga Somia_Shirisha
Alle 21 Mädchen, die 2024/25 die 10. Schulkasse besuchten, haben ihre Examensprüfung bestanden. 19 davon machen nun eine Ausbildung zur Krankenschwester, 2 schlagen eine naturwissenschaftliche Laufbahn ein. Für sie alle war und ist das Mädchenheim das Sprungbrett aus der familiären Armut in eine selbstbestimmte Zukunft.
 
Besonders gefreut hat uns die Entwicklung von Mercy Priya, einer junge Frau, die schon als kleines Mädchen ins Heim kam. Der Vater hatte die Familie verlassen und die Mutter sah sich außerstande, die Kleine alleine durchzubringen. Denn auch wenn Indien zunehmend als Hightech-Land von sich Reden macht, so trifft man doch an jeder Straßenecke auf bittere Armut. Viele Menschen müssen betteln oder verdingen sich als Tagelöhner. Letztere schuften fernab ihrer Heimat von Sonnenaufgang bis zum Abend für einen Hungerlohn von umgerechnet 4 Euro pro Tag bei der Feldarbeit oder dem Straßenbau. Als Schlafstatt dienen ihnen Plastikplanen, die, mit Steinen beschwert, Schutz gewähren sollen. Das Essen ist immer knapp, die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Mercy Priyas Mutter wollte eine bessere Zukunft für ihr Kind. In ihrer Not bat sie für das Mädchen um Aufnahme im Kinderheim. Manimma und Martin erkannten schon bald das Potenzial von Mercy Priya und förderten sie entsprechend. Heute studiert die Jahrgangsbeste ihrer Abschlussklasse im 3. Semester Medizin und möchte Ärztin werden.
Sie alle, liebe Spenderinnen und Spender, tragen dazu bei, dass solche fantastischen Entwicklungen wahr werden können, und dafür nicht nur von uns, sondern auch von der Heimleitung, den Kindern und ihren Eltern ein herzliches dhany ho (seid gesegnet)!
 
Ihre
Maria und Bernd Hübler
Wenn Sie Fragen zum Projekt haben freuen wir uns über Ihren Anruf:  Tel.  09342-37641.    
                                                               
Die Mädchen müssen ihre Wäsche selbst waschen